§ 34k GewO: Dazugehörige Dahrlehensvermittlerverordnung veröffentlicht.
Digitale Gesprächsführung in der Finanzberatung: So gelingt der Online-Kontakt - Tipps und Strategien für erfolgreiche Online-Kundengespräche via Zoom, Teams & Co.
Digitale Gesprächsführung ist längst mehr als ein pandemiebedingtes Provisorium – sie ist zu einem festen Bestandteil moderner Finanz- und Versicherungsberatung geworden. Ob Zoom, Microsoft Teams oder andere Videokonferenztools: Die Fernberatung eröffnet neue Chancen, bringt aber auch Herausforderungen mit sich. Kundinnen und Kunden sind heute digital-affin und erwarten Flexibilität, Komfort und gleichzeitig persönliche Nähe – auch online.
Finanzberaterinnen und Finanzberater stehen somit vor der Aufgabe, ihre Beratungsqualität vom klassischen Büro ins digitale Setting zu übertragen. Doch wie gelingt ein professionelles Online-Kundengespräch, das Vertrauen schafft und gleichzeitig effizient ist?
In diesem Beitrag zeigen wir, wie digitale Beratung gelingt:
- Welche Grundlagen wichtig sind
- Wie man technische Hürden überwindet
- Welche Gesprächsstrategien Nähe und Vertrauen erzeugen
- Und welche Tools und Formate sich besonders bewährt haben
Wir geben konkrete Tipps, Beispiele und Checklisten an die Hand, um die digitale Gesprächsführung souverän zu meistern – rechtssicher, überzeugend und kundenzentriert. Dieser Beitrag richtet sich an alle Finanzberaterinnen und Finanzberater, die in der digitalen Welt nicht nur präsent sein, sondern auch professionell wirken wollen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung: Die neue Normalität – Beratung digital gedacht
- Was bedeutet digitale Gesprächsführung?
- Vorteile der digitalen Beratung für Kundinnen und Kunden
- Technische Voraussetzungen für ein gelungenes Online-Kundengespräch
- Ablauf & Struktur eines erfolgreichen digitalen Beratungsgesprächs
- Tipps für mehr Nähe & Vertrauen in der Fernberatung
- Häufige Fehler bei der digitalen Kundenberatung – und wie Sie sie vermeiden
- Rechtliche & Datenschutz-Aspekte in der digitalen Beratung
- FAQ zur digitalen Gesprächsführung
2. Was bedeutet digitale Gesprächsführung?
Die digitale Gesprächsführung beschreibt die gezielte und strukturierte Kommunikation mit Kundinnen und Kunden über digitale Kanäle – insbesondere via Videokonferenztools wie Zoom, Microsoft Teams, Webex oder GoToMeeting. Sie ist Teil der digitalen Beratung und bildet das Herzstück moderner Fernberatung in der Finanz- und Versicherungsbranche.
Digitale Gesprächsführung ist mehr als ein Videocall
Ein Online-Kundengespräch ist nicht einfach ein klassisches Gespräch am Bildschirm. Es geht um mehr als nur ein technisches Mittel zum Zweck. Gute digitale Gesprächsführung erfordert ein Umdenken:
- Nonverbale Kommunikation wird eingeschränkt – Mimik, Gestik und Blickkontakt sind schwerer erfassbar.
- Technische Kompetenz wird vorausgesetzt – nicht nur bei den Finanzberaterinnen und Finanzberatern, sondern auch bei den Kundinnen und Kunden.
- Mediale Präsenz ersetzt physische Präsenz – das bedeutet, überzeugendes Auftreten durch Stimme, Blickkontakt zur Kamera, klare Struktur und Visualisierung.
Zentrale Merkmale digitaler Gesprächsführung
- Strukturierung: Klare Gliederung des Gesprächsverlaufs, Puffer für Technik einplanen
- Visualisierung: Einsatz von digitalen Präsentationen, Screensharing, Whiteboards
- Interaktion: Aktives Einbinden der Kundinnen und Kunden über Fragen, Reaktionen etc.
- Empathie & Vertrauen: Aufbau von Nähe trotz Distanz durch Tonfall, Authentizität und Transparenz
- Technischer Umgang: Beherrschung der Tools, souveränes Reagieren bei technischen Störungen
Warum digitale Gesprächsführung entscheidend ist
Gerade im sensiblen Bereich der Finanzberatung und Versicherungsberatung kommt es auf Vertrauen, Klarheit und persönliche Verbindung an. Wer hier digital unvorbereitet agiert, riskiert nicht nur einen schlechten Eindruck, sondern unter Umständen auch Beratungsfehler oder unzufriedene Kundinnen und Kunden.
Professionelle digitale Gesprächsführung wirkt sich daher direkt aus auf:
- Kundenzufriedenheit
- Abschlussquoten
- Kundenbindung
- Rechtssicherheit in der Beratung
Digitale Beratung ist gekommen, um zu bleiben
Laut einer Studie des Bundesverbandes deutscher Banken haben bereits über 60 % der Kundinnen und Kunden Online-Beratung in Anspruch genommen – Tendenz steigend. Immer mehr Menschen möchten auch komplexe Themen wie Altersvorsorge oder Versicherungen bequem von zu Hause aus besprechen.
Finanzberaterinnen und Finanzberater, die heute schon kompetent und souverän im digitalen Raum kommunizieren, haben einen klaren Wettbewerbsvorteil.
3. Vorteile der digitalen Beratung für Kundinnen und Kunden
Die digitale Beratung bringt für Kundinnen und Kunden zahlreiche Vorteile mit sich – sowohl in der Finanzberatung als auch in der Versicherungsberatung. Die Erwartungen an moderne Kommunikation sind gestiegen: schnell, flexibel, individuell und möglichst ortsunabhängig. Genau hier setzt die digitale Gesprächsführung an.
1. Zeitersparnis und Flexibilität
Ein zentrales Argument für Online-Kundengespräche ist der enorme Zeitgewinn:
- Keine Anreise zur Beratung – besonders relevant für Berufstätige oder Eltern
- Flexible Terminvereinbarung – auch abends oder kurzfristig möglich
- Kürzere Gesprächseinheiten – digitale Beratung kann auch in Etappen erfolgen
Die Digitalisierung macht Beratung damit alltagstauglicher und niedrigschwelliger.
2. Ortsunabhängigkeit – Beratung bequem von überall
Egal ob zu Hause, im Büro oder unterwegs: Ein stabiler Internetzugang genügt, um ein vollständiges Beratungsgespräch zu führen. Besonders für Menschen in ländlichen Regionen oder mit eingeschränkter Mobilität ist dies ein echter Gewinn.
Auch für Finanzberaterinnen und Finanzberater eröffnet das neue Chancen:
- Erweiterung des regionalen Wirkungskreises
- Möglichkeit zur überregionalen Kundenberatung
- Beratung auf Reisen oder im Homeoffice
3. Bessere Dokumentation und Nachvollziehbarkeit
Digitale Tools ermöglichen:
- Aufzeichnungen von Gesprächen (mit Zustimmung)
- Einfache Protokollerstellung
- Schnelles Nachsenden von Unterlagen
- Kundenportale mit Gesprächsverlauf, Dokumenten und Aufgaben
So steigt die Transparenz – ein wichtiger Aspekt für Vertrauen und rechtliche Sicherheit.
4. Mehr Visualisierungsmöglichkeiten
In einem physischen Beratungsgespräch sind Flipcharts oder Papierunterlagen üblich. Online hingegen ermöglichen Tools wie:
- Screensharing
- Digitale Whiteboards
- Interaktive Präsentationen
eine noch anschaulichere Kundenberatung. Visualisierung erhöht nachweislich die Verständlichkeit – besonders bei komplexen Themen wie Altersvorsorge oder Berufsunfähigkeit.
5. Stärkere Individualisierung
Durch die digitale Beratung lassen sich Gespräche oft gezielter vorbereiten:
- Vorab-Informationen per Mail oder Link
- Einsatz von digitalen Beratungsassistenten
- Checklisten, Rechentools oder Versicherungs-Bedarfsanalysen
Kundinnen und Kunden fühlen sich besser vorbereitet und ernst genommen.
6. Nachhaltigkeit
Auch aus ökologischer Sicht punktet die Fernberatung:
- Keine Fahrten = weniger CO₂-Ausstoß
- Weniger Papierverbrauch durch digitale Unterlagen
- Ressourcenschonende Kommunikation
Viele Kundinnen und Kunden legen heute Wert auf nachhaltige Prozesse – hier kann die digitale Beratung zusätzlich Vertrauen aufbauen.
4. Technische Voraussetzungen für ein gelungenes Online-Kundengespräch
Ein professionelles Online-Kundengespräch steht und fällt mit der Technik. Auch wenn Tools wie Zoom, Microsoft Teams oder Webex intuitiv erscheinen – ohne die richtige Vorbereitung kann die digitale Gesprächsführung schnell unprofessionell wirken. Wer in der Fernberatung überzeugt auftreten will, muss sich auf die Technik verlassen können – und sie beherrschen.
1. Hardware-Grundausstattung für Beraterinnen und Berater
Die technische Ausstattung muss professionellen Ansprüchen genügen. Folgende Komponenten sind für ein gelungenes Online-Beratungsgespräch essenziell:
- Webcam: HD-Qualität, frontal ausgerichtet, ggf. externe Kamera
- Headset/Mikrofon: Rauschunterdrückung, gute Sprachqualität, kein Hall
- Beleuchtung: Tageslicht oder Softbox, keine Schatten im Gesicht
- Zweitbildschirm: Für gleichzeitige Gesprächsführung und Unterlageneinblick
- Stabile Internetverbindung: mind. 16 Mbit/s Upload empfohlen
2. Software & Tools
Die Auswahl des richtigen Konferenztools hängt von den Anforderungen und der Zielgruppe ab. Bewährt haben sich:
- Zoom: Weit verbreitet, stabil, gute Qualität
- Microsoft Teams: Vor allem im Unternehmensumfeld beliebt
- Google Meet: Einfach, browserbasiert
- GoToMeeting: Für strukturierte Meetings mit festen Kundenkreisen
- Riverside: sehr gut für Podcasts udn Interviews
Wichtige Features:
- Screensharing
- Aufzeichnungsfunktion
- Chat für Rückfragen
- Breakout-Räume (für Gruppengespräche oder Schulungen)
Zusätzlich sinnvoll:
- Digitale Whiteboards (z. B. Miro, Mural)
- PDF-Viewer mit Annotation
- CRM-Anbindung zur Gesprächsdokumentation
3. Technische Vorbereitung vor dem Gespräch
Ein gründlicher Technik-Check vor dem Online-Termin ist Pflicht. Checkliste:
Kamera richtig positioniert?
- Mikrofon getestet?
- Internet stabil?
- Alle nötigen Unterlagen geöffnet?
- Bildschirmfreigabe getestet?
- Kamera- oder Mikrozugriff erlaubt?
Tipp: Führe ein kurzes Testgespräch mit Kolleginnen und Kollegen vor neuen Terminen durch.
4. Datenschutz & Sicherheit
In der digitalen Beratung ist der Datenschutz besonders sensibel. Achte auf:
- Ende-zu-Ende-Verschlüsselung im Tool
- DSGVO-konforme Anbieter
- Einwilligung der Kundinnen und Kunden zur Aufzeichnung
- Sichere Datenübermittlung (z. B. Kundenportale oder verschlüsselte Mails)
- Keine sensiblen Daten über unsichere Kanäle (z. B. WhatsApp)
Tipp: Halte ein technisches FAQ für Kundinnen und Kunden bereit, z. B. als PDF oder Kurzvideo.
5. Kundenfreundliche Tools zur Gesprächsvorbereitung
Auch die Kundenseite muss technisch abgeholt werden. Biete an:
- Kurze Einführungen per Mail oder Video
- „So funktioniert Ihr Beratungsgespräch“-Guide
- Kalenderintegration für Termine (z. B. über Calendly)
- Möglichkeit zum Dateiupload vorab
Kundinnen und Kunden fühlen sich wohler, wenn sie wissen, was sie erwartet – gerade online.
5. Ablauf & Struktur eines erfolgreichen digitalen Beratungsgesprächs
Ein überzeugendes Online-Kundengespräch folgt klaren Regeln. Die größte Herausforderung in der digitalen Beratung liegt nicht in der Technik – sondern in der Struktur. Denn: Was im persönlichen Kontakt oft intuitiv funktioniert, muss in der digitalen Gesprächsführung bewusst gestaltet werden.
Ein klarer Ablauf erhöht die Qualität, reduziert Missverständnisse und verbessert das Beratungserlebnis spürbar.
1. Vorbereitung ist die halbe Miete
Eine gute digitale Beratung beginnt lange vor dem Termin:
- Terminbestätigung per Mail, inkl. Tool-Link, Tagesordnung und technischen Hinweisen
- Kurzfragebogen zur Vorbereitung auf die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden
- Persönliche Begrüßung im Vorfeld, z. B. durch eine kurze Videonachricht oder E-Mail
Tipp: Stelle vorab eine Checkliste zur Gesprächsvorbereitung bereit. So fühlen sich deine Kundinnen und Kunden sicher und ernst genommen.
2. Einstieg ins Gespräch – Beziehung aufbauen
Gerade online ist der erste Eindruck entscheidend. Nimm dir 2–3 Minuten für einen persönlichen Einstieg:
- Kurzer Smalltalk ("Wie geht’s Ihnen? Hatten Sie technische Probleme?")
- Verbindlicher Gesprächsbeginn mit einem freundlichen Lächeln in die Kamera
- Wiederholung von Anliegen und Zielen der Kundin oder des Kunden
Ziel: Vertrauen aufbauen und für eine positive Gesprächsatmosphäre sorgen.
3. Gesprächsstruktur: Orientierung schaffen
Gliedere das Gespräch klar – das sorgt für Sicherheit auf beiden Seiten.
Beispielhafte Struktur:
- Begrüßung & technischer Check
- Zielklärung (Was möchten Sie heute besprechen?)
- Bedarfsanalyse
- Beratung & Produkterklärung (mit Visualisierungen)
- Rückfragen & Alternativen
- Zusammenfassung & nächste Schritte
- Verabschiedung mit Gesprächszusammenfassung
Visualisiere die Struktur auf Wunsch via Agenda-Folie zu Beginn.
4. Beratungsphase: Verständlichkeit und Dialog
Nutze die digitalen Möglichkeiten sinnvoll:
- Screensharing zur Präsentation von Angeboten, Rechenbeispielen oder Vertragsunterlagen
- Whiteboards für Modelle (z. B. Ablauf von Rentenversicherungen)
- Digitale Tools wie Vergleichsrechner oder interaktive Bedarfsanalysen
Wichtig: Achte auf einfache Sprache, regelmäßige Verständniskontrollen und aktive Einbindung („Was halten Sie von dieser Lösung?“).
5. Abschluss: Klare Vereinbarungen & Sicherheit geben
Am Ende des Gesprächs:
- Zusammenfassung der Ergebnisse
- Klare Vereinbarung der nächsten Schritte (z. B. Mail mit Angebot, Rückruf, Dokumente)
- Technische Nachbereitung: Wie und wo findet die Dokumentation statt?
- Offene Fragen klären
Sende im Anschluss eine Zusammenfassung mit Gesprächsprotokoll, ggf. mit ergänzenden Infos, Links oder PDFs.
6. Nachbereitung und Follow-up
Professionelle Nachbereitung ist Teil der digitalen Gesprächsführung:
- E-Mail mit Protokoll und Dateianhängen
- Feedback-Anfrage per Klickformular
- Terminvorschlag für nächste Sitzung
Wer hier überzeugt, zeigt echte Kundenorientierung – und erhöht die Abschlussquote.
6. Tipps für mehr Nähe & Vertrauen in der Fernberatung
Ein zentrales Ziel in der digitalen Gesprächsführung ist der Aufbau von Vertrauen. In der analogen Welt entstehen Nähe und Bindung oft automatisch durch Mimik, Gestik, Händedruck oder gemeinsame Kaffee-Momente. Im Online-Kundengespräch fehlen diese Elemente – und müssen aktiv ersetzt werden.
Gerade in der Finanz- und Versicherungsberatung, wo es um sensible Themen wie Altersvorsorge, Absicherung oder Vermögensaufbau geht, ist das Gefühl von Vertrauenswürdigkeit und Zugehörigkeit entscheidend.
1. Persönlich und authentisch auftreten
Auch über die Kamera lässt sich Persönlichkeit vermitteln. Achte auf:
- Blickkontakt zur Kamera, nicht zum Bildschirm – das simuliert direkten Augenkontakt
- Freundliche Begrüßung mit deinem Namen und einem Lächeln
- Offene Körpersprache (z. B. nicht verschränkt sitzen, nicht hin- und herschaukeln)
- Kleidung bewusst wählen – gepflegt, aber nicht distanziert
Tipp: Stelle ein persönliches Detail zur Verfügung (z. B. Foto im Hintergrund, ein freundliches Poster), das Nähe aufbaut.
2. Sprachlich Nähe erzeugen
Worte wirken im digitalen Raum noch stärker. Wähle:
- Eine positive, bildhafte Sprache
- Klare, kurze Sätze
- Aktive Formulierungen („Ich schlage vor…“, „Ich empfehle Ihnen…“)
- Vermeide Fachchinesisch – übersetze technische Begriffe, z. B. mit Beispielen
Nutze paraverbale Elemente gezielt: Stimme, Sprechtempo, Pausen.
3. Empathie zeigen – bewusst und gezielt
Zeige, dass du zuhörst und verstehst:
- Wiederhole Aussagen der Kundin oder des Kunden sinngemäß
- Verwende Formulierungen wie:
„Ich verstehe, dass Ihnen das wichtig ist.“
„Lassen Sie uns gemeinsam schauen, wie wir das lösen.“ - Nutze aktiv die Namen der Gesprächspartner:innen
Merke: Empathie ist digital sichtbar durch Sprache, nicht durch Gestik.
4. Transparenz durch visuelle Begleitung
Nutze Bildschirmfreigabe, um deine Aussagen zu untermauern:
- Angebote, Tarife, Rechnungsmodelle – immer zeigen, nicht nur erzählen
- Lade Kundinnen und Kunden zum Mitdenken ein: „Ich zeige Ihnen das kurz.“
Das schafft Sicherheit und Nachvollziehbarkeit.
5. Feedback aktiv einholen
Frage regelmäßig nach:
- „Passt das für Sie so?“
- „Wie empfinden Sie die Lösung?“
- „Gibt es etwas, das ich besser erklären kann?“
Kundinnen und Kunden fühlen sich ernst genommen und gesehen.
6. Emotionen nicht vergessen
Finanz- und Versicherungsthemen sind emotional. Nutze emotionale Gesprächsmomente:
- Erfolgsszenarien aufzeigen („Stellen Sie sich vor…“)
- Sicherheit vermitteln bei Sorgen („Sie sind nicht allein mit dieser Frage…“)
- Dankbarkeit ausdrücken („Vielen Dank für Ihr Vertrauen.“)
Gerade in der Fernberatung wirken solche Elemente authentisch und verbindend.
7. Vertraute Rituale etablieren
Auch im digitalen Raum können kleine Rituale helfen:
- Persönliche Begrüßung mit Wunschspruch oder kurzem Rückblick
- Gemeinsame Beratungsagenda besprechen
- Gespräch immer mit einem positiven Abschluss beenden (z. B. mit Ausblick)
Solche Abläufe geben Struktur, Sicherheit und Nähe.
7. Häufige Fehler bei der digitalen Kundenberatung – und wie Sie sie vermeiden
Die digitale Beratung bietet große Chancen – birgt aber auch Stolperfallen. Viele Finanzberaterinnen und Finanzberater unterschätzen die Besonderheiten der digitalen Gesprächsführung. Wer unvorbereitet oder unstrukturiert vor die Webcam tritt, riskiert nicht nur einen schlechten Eindruck, sondern auch Vertrauensverlust und rechtliche Probleme.
Hier sind die häufigsten Fehler – und wie du sie ganz einfach vermeiden kannst.
1. Mangelnde technische Vorbereitung
Fehler: Kamera defekt, Mikrofon zu leise, Internet instabil
Lösung: Immer vor dem Gespräch einen Technik-Check durchführen.
Nutze Testgespräche, aktualisiere regelmäßig deine Software und stelle sicher, dass du ein Backup-Plan hast (z. B. Telefonnummer bei Ausfall des Meetings).
2. Unprofessioneller Hintergrund oder schlechte Lichtverhältnisse
Fehler: Chaotisches Zimmer im Hintergrund, Gegenlicht, schlechte Bildqualität
Lösung: Neutrale Hintergründe (am besten hell), gute Beleuchtung (z. B. Softbox oder Tageslicht), Kamera auf Augenhöhe platzieren.
Tipp: Virtuelle Hintergründe wirken oft künstlich – besser ist ein aufgeräumter, echter Hintergrund.
3. Kein Blickkontakt zur Kamera
Fehler: Der Blick geht ständig auf den Bildschirm statt in die Kamera
Lösung: Platziere die Kamera zentral über dem Monitor. Trainiere den Blickkontakt. So fühlen sich Kundinnen und Kunden direkt angesprochen – auch online.
4. Unklare Struktur und fehlende Gesprächsführung
Fehler: Sprunghaftes Gespräch, keine Agenda, fehlende Gesprächsziele
Lösung: Verwende eine klare Gesprächsstruktur (Begrüßung – Zielklärung – Beratung – Zusammenfassung). Visualisiere die Agenda zu Beginn. Moderiere aktiv durch das Gespräch.
5. Fachsprache und unverständliche Erklärungen
Fehler: Zu viele Fachbegriffe, lange Monologe, komplexe Inhalte
Lösung: Verwende einfache Sprache, nenne Beispiele und beziehe Kundinnen und Kunden regelmäßig mit Fragen ein. Nutze Visualisierungen.
6. Fehlende Interaktion
Fehler: Beraterin oder Berater redet durch – Kundin oder Kunde ist passiv
Lösung: Stelle regelmäßig Fragen, binde aktiv ein („Wie sehen Sie das?“), nutze Chat oder Whiteboard für Feedback.
7. Keine Nachbereitung
Fehler: Gespräch endet ohne klare Vereinbarung, kein Protokoll
Lösung: Versende direkt nach dem Gespräch eine Zusammenfassung, nächste Schritte und ggf. einen Link zu einem Folgetermin.
8. Datenschutzverletzungen
Fehler: Gespräch wird ohne Einwilligung aufgezeichnet, unverschlüsselte Dokumente versendet
Lösung: Immer Einwilligung zur Aufzeichnung einholen, DSGVO-konforme Tools nutzen und sensible Daten über gesicherte Kanäle übermitteln.
9. Keine Individualisierung
Fehler: Standardisierte Gespräche ohne Bezug zur Lebenslage der Kundinnen und Kunden
Lösung: Stelle persönliche Fragen, nutze bekannte Informationen, gehe auf individuelle Wünsche und Bedürfnisse ein.
10. Gesprächsdauer nicht angepasst
Fehler: Zu langes oder zu kurzes Gespräch ohne Zielerreichung
Lösung: Plane Zeitpuffer ein, halte dich an die Agenda, beende pünktlich – mit Raum für Nachfragen.
8. Rechtliche & Datenschutz-Aspekte in der digitalen Beratung
Die digitale Beratung unterliegt denselben rechtlichen Anforderungen wie klassische Vor-Ort-Beratung – mit zusätzlichen Herausforderungen im Bereich Datenschutz, Dokumentation und Einwilligung. Wer professionell digital berät, muss nicht nur kompetent auftreten, sondern auch rechtskonform handeln. Das schützt sowohl die Finanzberaterinnen und Finanzberater als auch die Kundinnen und Kunden.
1. Einwilligung zur digitalen Beratung
Vor jeder digitalen Beratung muss die ausdrückliche Einwilligung der Kundin oder des Kunden eingeholt werden:
- Ist eine Videoaufzeichnung geplant, muss eine schriftliche Einwilligung vorliegen.
- Auch der Einsatz von Screensharing oder die digitale Übermittlung sensibler Daten muss abgesichert sein.
Tipp: Biete zu Beginn jeder Sitzung einen kurzen Einleitungstext an, den Kundinnen und Kunden per Mausklick oder mündlich bestätigen.
2. Dokumentationspflicht und Beratungsprotokolle
Die gesetzlich vorgeschriebenen Dokumentationspflichten (z. B. nach § 61 VVG) gelten auch für die digitale Beratung:
- Alle Gespräche, Empfehlungen und Entscheidungen müssen nachvollziehbar dokumentiert werden.
- Digitale Beratungsprotokolle gelten rechtlich wie handschriftliche – sofern sie fälschungssicher gespeichert werden.
Empfehlung: Nutze zertifizierte CRM-Systeme oder spezialisierte Beratungssoftware mit integrierter Protokollfunktion.
3. DSGVO-konforme Tools
Nicht alle Videokonferenzlösungen sind für den Einsatz in der Finanzberatung geeignet. Achte auf:
- Serverstandort: EU oder DSGVO-konformes Drittland
- Ende-zu-Ende-Verschlüsselung: Sollte Standard sein (z. B. bei Zoom mit entsprechender Einstellung)
- Vertrag zur Auftragsverarbeitung (AVV): Muss vorhanden sein
- Zoom (Business- oder Enterprise-Version)
- Microsoft Teams (mit Unternehmenslizenzen)
- Cisco Webex (Enterprise)
- BigBlueButton (Open Source, DSGVO-konform)
4. Aufzeichnung & Speicherung
Wenn Gespräche aufgezeichnet werden:
- Nur mit klarer Zustimmung
- Speicherung auf zertifizierten Servern oder in verschlüsselten Cloudsystemen
- Zugriffsschutz durch Passwörter oder Zwei-Faktor-Authentifizierung
Hinweis: Eine dauerhafte Speicherung ist aus datenschutzrechtlicher Sicht nicht empfohlen, es sei denn, es gibt klare rechtliche Gründe (z. B. im Streitfall).
5. Digitale Signaturen
Für Vertragsabschlüsse in der digitalen Beratung sind elektronische Unterschriften praktikabel – jedoch sind nicht alle rechtssicher.
- Einfache elektronische Signatur (EES): Geringe Beweiskraft, rechtlich unsicher
- Fortgeschrittene Signatur (FES): Für viele Versicherungsverträge ausreichend
- Qualifizierte elektronische Signatur (QES): Höchste Rechtsgültigkeit, eIDAS-konform
6. Schweigepflicht & Datensicherheit
Auch im digitalen Raum gilt: Finanz- und Versicherungsdaten unterliegen der Vertraulichkeitspflicht. Das bedeutet:
- Keine Nutzung privater Geräte ohne ausreichende Sicherheitsstandards
- Keine Beratung in öffentlichen WLAN-Netzwerken
- Einrichtung von Firewalls, VPN-Verbindungen und Zugriffskontrollen im Unternehmen
Vertrauen entsteht auch durch Sicherheit.
Fazit: Rechtskonformität ist Pflicht – und Imagefaktor
Eine rechtskonforme digitale Gesprächsführung schafft nicht nur Sicherheit, sondern auch Vertrauen. Wer transparent, sauber dokumentiert und sich an die DSGVO hält, signalisiert: Hier sind Sie in guten Händen – auch online.
Fragen und Antworten
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Was versteht man unter digitaler Gesprächsführung?
Digitale Gesprächsführung bezeichnet die strukturierte und zielgerichtete Kommunikation mit Kundinnen und Kunden über digitale Kanäle – meist per Videokonferenz. Sie ist Teil der digitalen Beratung und ermöglicht persönliche Betreuung ohne physische Anwesenheit.
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Welche Vorteile hat ein Online-Kundengespräch?
Ein Online-Kundengespräch spart Zeit, ist ortsunabhängig und ermöglicht eine flexible Terminplanung. Kundinnen und Kunden profitieren von mehr Transparenz, schnelleren Informationswegen und digitalen Visualisierungsmöglichkeiten.
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Welche Tools eignen sich für die digitale Beratung?
Geeignete Tools sind u. a. Zoom, Microsoft Teams, Cisco Webex und BigBlueButton. Wichtig ist dabei die Einhaltung der DSGVO, eine stabile Verbindung und die Möglichkeit zur Bildschirmfreigabe und Dokumentation.
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Ist eine digitale Beratung rechtsverbindlich?
Ja – digitale Beratungsgespräche sind rechtsverbindlich, solange sie die geltenden rechtlichen Anforderungen erfüllen (z. B. Dokumentationspflicht nach VVG, Datenschutz, Einwilligung). Auch digitale Signaturen können Verträge rechtssicher abschließen.
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Kann man persönliche Nähe auch digital herstellen?
Ja – durch Blickkontakt zur Kamera, empathische Sprache, klare Struktur und Visualisierungen. Nähe entsteht durch Aufrichtigkeit, Transparenz und aktives Zuhören – auch online.
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Wie wird der Datenschutz bei digitalen Beratungsgesprächen sichergestellt?
Der Datenschutz wird durch DSGVO-konforme Tools, Einwilligungen, verschlüsselte Datenübertragung und eine sichere Dokumentenablage gewahrt. Auch die Einhaltung der Schweigepflicht ist zwingend.
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Muss ein Online-Gespräch dokumentiert werden?
Ja. Auch digitale Beratungsgespräche müssen vollständig dokumentiert werden. Empfehlenswert ist der Einsatz von CRM- oder Beratungssoftware mit integrierter Protokollfunktion. Das Beratungsprotokoll kann elektronisch gespeichert werden.
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Welche technische Ausstattung ist für Beraterinnen und Berater notwendig?
Erforderlich sind u. a.: HD-Webcam, Mikrofon oder Headset, gute Beleuchtung, stabiles Internet (mind. 16 Mbit/s Upload) sowie ein Zweitbildschirm für Unterlagen und Tools.
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Was passiert, wenn es technische Probleme während des Gesprächs gibt?
Ein technischer Notfallplan sollte bereitstehen – z. B. ein Rückruf per Telefon oder ein neuer Termin. Wichtig ist, ruhig zu bleiben, Verständnis zu zeigen und gemeinsam eine Lösung zu finden.
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Welche Kompetenzen brauchen Beraterinnen und Berater für die Fernberatung?
Neben fachlichem Know-how sind digitale Kompetenz, kommunikative Fähigkeiten, Empathie, Präsentationstechnik und rechtliches Grundwissen zur Online-Beratung entscheidend für den Erfolg.
Wie kann mir Going Public helfen?
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