§ 34k GewO: Das Wichtigste auf einen Blick

Der neue § 34k GewO regelt künftig die Vermittlung von Allgemein-Verbraucherdarlehen (Ratenkrediten) und Finanzierungshilfen. Betroffen sind insbesondere Vermittlerinnen und Vermittler von Verbraucherkrediten, die bislang unter dem § 34c GewO tätig waren. Erlaubnis, Sachkunde, Registrierung und Weiterbildung werden damit eigenständig geregelt.

  • Neue Erlaubnispflicht: Die Vermittlung von Verbraucherkrediten wird künftig aus § 34c GewO herausgelöst und im neuen § 34k GewO geregelt.
  • Sachkundenachweis erforderlich: Gewerbetreibende müssen ihre Sachkunde künftig über eine IHK-Sachkundeprüfung oder eine anerkannte gleichgestellte Qualifikation nachweisen. 
  • Übergangsfrist für Bestandsvermittler: Bereits tätige Vermittler können die gesetzlichen Übergangsregelungen nutzen und sollten ihre Nachweise frühzeitig vorbereiten.
  • Weiterbildungspflicht vorgesehen: Neben dem Sachkundenachweis sieht die neue Regulierung regelmäßige Weiterbildungspflichten für Gewerbetreibende und mitwirkende Beschäftigte vor.
  • Handlungsbedarf für Unternehmen: Versicherungen, Vertriebe, Pools und Vermittler sollten frühzeitig prüfen, welche Personen betroffen sind, welche Nachweise bereits vorliegen und welche Qualifizierungsmaßnahmen erforderlich werden.

Diese Seite basiert insbesondere auf dem Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2023/2225 über Verbraucherkreditverträge (§ 34k GewO), dem Entwurf zur Darlehensvermittlungsverordnung (DarlVermV-E) sowie der EU-Verbraucherkreditrichtline.

Fachlich eingeordnet von: Frank Rottenbacher, Vorstand von Going Public und Vorstand AfW Bundesverband Finanzdienstleistung

§ 34k Chatbot

Stellen Sie unserem Bot Ihre Fragen rund um die neue § 34k GewO-Erlaubnis.

IHK-Sachkunde

Wer benötigt die Sachkunde?

Gewerbetreibende benötigen in Zukunft als neue Erlaubnisvoraussetzung den Nachweis der Sachkunde. Dafür wird eine neue IHK-Sachkundeprüfung eingeführt.

Darüber hinaus muss der Gewerbetreibende dafür Sorge tragen, dass seine unmittelbar bei der Vermittlung oder Beratung mitwirkenden Beschäftigten über angemessene Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.

Alte-Hasen-Regelung

Eine Alte-Hasen-Regelung ist jetzt neu im Gesetzentwurf vorgesehen:

  • Ein Antrag auf Alte-Hasen-Regelung ist bis zum 31.05.2027 zu stellen.
  • Eine ununterbrochene Tätigkeit seit dem 01.01.2021 muss nachgewiesen werden.

 

Anerkennung anderer Qualifikationen

Die Sachkunde nach § 34i GewO wird anerkannt, genauso wie z.B. der Bankkaufmann oder Fachwirt für Finanzberatung (IHK) . Bitte fragen Sie unseren § 34k Bot auf dieser Seite, wenn Sie alle Qualifikationen wissen möchten. 

Inhalte der neuen Sachkunde?

Kreditvermittlerinnen und Kreditvermittler müssen gemäß der Richtline über angemessene Kenntnisse und Fähigkeiten in Bezug auf die Gestaltung, das Anbieten und das Abschließen von Kreditverträgen, die Kreditvermittlungstätigkeit und das Erbringen von Beratungsdienstleistungen sowie in Bezug auf die Verbraucherrechte in ihrem Geschäftsbereich verfügen. (Quelle)

Die Sachkundeprüfung ist rein schriftlich abzulegen – bewusst ohne praktischen Teil (§ 3 DarlVermV).

Die Inhalte regelt die Anlage 1 der Darlehensvermittlungsverordnung, die die Vorschriften des § 34k GewO detailliert festlegt (vergleichbar VersVermV zum § 34d GewO u.a.).

Weiterbildungspflicht

Keine feste Stundenzahl – aber ein klarer Richtwert

Eine Weiterbildungspflicht für den Gewerbetreibenden und seine Mitarbeitenden wird eingeführt. Der Gesetzgeber definiert das Ziel: "Die Weiterbildung muss dabei mindestens den Anforderungen der ausgeübten Tätigkeiten des zur Weiterbildung Verpflichteten entsprechen und die Aufrechterhaltung seiner Fachkompetenz und seiner personalen Kompetenz gewährleisten."

Eine feste Mindeststundenzahl nennt der Entwurf der DarlVermV nicht. In der Begründung wird jedoch mit vier Zeitstunden Weiterbildung pro Jahr und Mitarbeitendem gerechnet.

Wer hier dauerhaft darunter bleibt, wird Erklärungsbedarf haben.

Hinweis: Die regelmäßige Weiterbildung kann natürlich über unsere § 34k WBThek absolviert werden, die rechtzeitig vor Inkrafttreten des Gesetzes online gehen wird. 

 

Lehrgangs- und Weiterbildungsangebote

Alle Kreditgeber sowie alle Vermittlerinnen und -vermittler von Verbraucherkrediten werden bei uns ein professionelles und effizientes Angebot zur Vorbereitung auf eine Sachkundeprüfung und zur Erfüllung einer möglichen Weiterbildungspflicht (inkl. Cross-Bewertung mit anderen Weiterbildungsverpflichtungen) nutzen können.

Da wir bereits Kreditinstitute und Kreditgeber in diesen Themen schulen, haben wir alle Inhalte schon perfekt aufbereitet und sind somit ab Tag 1 startklar.

Sollen wir Sie benachrichtigen?

Registerpflicht

Gewerbetreibende, die eine Erlaubnis nach § 34k Absatz 1 GewO-neu besitzen, sind verpflichtet, sich und die Personen, die in leitender Position für die Vermittlung und Beratung verantwortlich sind, in das Vermittlerregister beim DIHK eintragen zu lassen.

Inkrafttreten und Übergangsfrist

Die EU-Richtlinie schreibt vor, dass die Vorschriften gemäß § 34k Gewo ab dem 20.11.2026 anzuwenden sind. Das bedeutet, dass im Tagesgeschäft bereits die Informationspflichten, die Benutzung des SECCI etc. anzuwenden sind.

Übergangsfristen

Für Darlehensvermittler, die vor dem 20.11.2026 eine Erlaubnis nach dem alten § 34c GewO besitzen ("Alt-Vermittler"), gibt es ein mehrstufiges Verfahren:

Antragsfrist für neue Erlaubnis

Alt-Vermittler, die weiterhin tätig sein wollen, müssen bis spätestens zum 31. Mai 2027 eine neue Erlaubnis nach dem neuen § 34k GewO beantragen.

Fortführung der Tätigkeit

Bis zur Entscheidung über den neuen Antrag, längstens aber bis zum 19. November 2027, gilt ihre alte § 34c Erlaubnis als Erlaubnis nach neuem Recht fort. Dann spätestens erlischt die alte Erlaubnis nach § 34c GewO.

Berater hält ein Tabet in der Hand

Coming soon...

Bleiben Sie auf dem Laufenden und sichern Sie sich Informationen zum neuen §34k IHK-Sachkundelehrgang.

Infomaterial  Beratungstermin

Spezialfragen zum § 34k GewO

  • Ja, die Sachkunde ist eine Erlaubnisvoraussetzung.

  • Alte-Hasen-Regelungen gab es schon beim §§ 34d, 34f und 34i GewO. Folgende Nachweismöglichkeiten sind uns aus diesen Zeiten bekannt und könnten als Vorlage für den § 34k GewO genutzt werden, wobei die IHKs unterschiedlich geprüft haben: 

    • Je Quartal seit Q1 2021 ist mindestens ein Abschluss nachzuweisen – zum Beispiel über eine Provisionsabrechnung, Beratungsprotokoll o.ä. 
    • Pro Jahr sind 10 Provisionsabrechnungen nachzuweisen
    • Selten: es reicht die Gewerbeanmeldung durchgehend 

    Übrigens: längere Krankheiten, Elternzeiten und Erziehungsurlaub waren nicht schädlich (sind aber ebenfalls nachzuweisen). 

  • In der Begründung zum §34k Abs. 6 GewO wird ausdrücklich betont, dass alle (auch im reinen Backoffice) an der Vermittlung Beteiligten unter Qualifikation/Weiterbildung fallen.

    Es wird deutlich hervor gehoben, dass das eine gewollte Erweiterung im Vergleich zum §34f ist.

  • Ja, gemäß § 18a KWG: Die mit der Vergabe von Allgemein-Verbraucherdarlehen befassten internen und externen Mitarbeiter müssen über angemessene Kenntnisse und Fähigkeiten in Bezug auf das Gestalten, das Anbieten, das Vermitteln, das Abschließen von Allgemein-Verbraucherdarlehensverträgen und das Erbringen von Beratungsleistungen in Bezug auf diese Verträge verfügen.

    Sie müssen jeweils [IVD- + AVD-Vermittler] ihre Kenntnisse und Fähigkeiten auf aktuellem Stand halten. Beinhaltet der Abschluss eines Darlehensvertrags damit verbundene Nebenleistungen, so sind angemessene Kenntnisse und Fähigkeiten für die Erbringung dieser Nebenleistungen erforderlich. 

  • Hier gibt es nach unseren Kenntnissen noch kein einheitliches Meinungsbild bei den IHKs.

    Wir kennen Kammern, die bei der Geschäftsführung einer juristischen Person (keine Person in der Geschäftsleitung hat eine Sachkunde)  ein komplette Delegation auf einen Handlungsbevollmächtigten zulassen wollen, andere Kammern würden hingegen eine Prokura voraussetzen.  

  • Ja.  

    Aus der Gesetzesbegründung: „Zur Umsetzung der aufsichtsrelevanten Vorgaben der Verbraucherkredit-RL-neu für gewerbliche Darlehensvermittler wird in der Gewerbeordnung ein neuer Erlaubnistatbestand § 34k GewO-neu eingeführt. Darlehensvermittler, die gegen eine Vergütung Allgemein-Verbraucherdarlehensverträge oder Finanzierungshilfen vermitteln oder Dritte zu solchen Verträgen beraten wollen, bedürfen künftig einer Erlaubnis nach § 34k Absatz 1 GewO-neu.  

  • SECCI steht für „Standard European Consumer Credit Information“.

    Es handelt sich um ein standardisiertes Informationsblatt, das Verbrauchern vor Abschluss eines Verbraucherkreditvertrags ausgehändigt werden muss. Ziel des SECCI-Formulars ist es, Kreditnehmer transparent und vergleichbar über wesentliche Vertragsdetails und rechtliche Aspekte aufzuklären.

    • Verbraucherkreditvermittler
    • bestehende §-34c-Erlaubnisinhaber
    • Banken, Versicherungen und Kreditgeber mit internen Mitarbeitenden
    • Vertriebe und Pools mit angebundenen Vermittlern
    • HR-, Compliance- und Vertriebsverantwortliche

Wie kann mir Going Public helfen?

Zwei Menschen. Frau und Mann. Mann und Frau beraten sich. Frau hält Notizblock. Mann sitzt am Laptop und schaut auf den Notizblock.

Ab September 2026

Vorbereitung auf die § 34k IHK-Sachkundeprüfung

Onlinevorbereitung auf die IHK-Prüfung mit KI-Unterstützung für Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Regelmäßige Weiterbildung

Flexibles Online-Lernen zur Erfüllung der Weiterbildungspflicht mit unserer WBThek®.

Qualifikation interner Mitarbeiter

Pflichtweiterbildung für interne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die keiner Sachkundepflicht unterliegen.

Steuerung Ihrer Vertriebspartner

Maßgeschneiderte Schulungskonzepte mit zentralem Controlling und Nachweismanagement – ab 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.